Die Ausgrabungen am Dünsberg
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Hommage an die Namenlosen

Aus dem dunkeln der Vergessenheit wieder ans Licht, mit jedem Fund am Dünsberg tauchen sie wieder auf die Namenlosen, Vergessenen in der Geschichte. Der Name der Stadt? Vergessen .Die Bewohner? Namenlos. Doch jeder Fund hat eine Geschichte. Ein Werkzeug, hergestellt vor 2000 Jahren ,der Besitzer?  ein Mensch der am Dünsberg geboren wurde vor 2000 Jahren, der das Werkzeug getauscht oder erworben hat, es ein Leben lang gehegt und gepflegt hat, der eine Familie hatte , Frau und Kinder, sie alle lebten in der Keltenstadt ,feierten, liebten ,weinten, und starben beim Kampf um ihre Stadt .Das Werkzeug fiel auf den Boden und wurde vergessen. Wie sein Besitzer. Und der dunkle Mantel des Vergessens fiel über diese Stadt. Doch bei jeder Ausgrabung , bei jedem Fund tauchen sie wieder auf ,die Namenlosen, und werden ein Teil unserer Geschichte. Irgendwann sind wir die Namenlosen, werden wir wieder auftauchen in der Geschichte?

B.Rummler

 

Die Keltische Großstadt (Oppidum) am Dünsberg
Der Dünsberg bei Biebertal (Kreis Giessen), weit sichtbarer Berg in unserer Region, beherberg die Spuren einer geheimnisvollen Kultur: Der Kelten. Die Spuren reichen von der späten Bronzezeit im 8. Jahrhundert vor Chr. bis in die alemannische Zeit 500 nach Chr. Die größte Ausdehnung hatte die Großstadt ca. 100 nach Chr. Die Anlage hatte eine Ausdehnung von 90 Hektar, die durch einen dreifachen Ringwall vor Feinden geschützt war. Zerstört wurde sie wahrscheinlich von dem  römischen Feldherrn Drusus um 9/10 vor Chr. der von Mainz kommend über Waldgirmes? die Stadt angriff. Seit 1999 finden wieder Archäologische Ausgrabungen durch das Deutsche Archäologische Institut Frankfurt unter Leitung von Dr.Karl Rittershofer statt. Bereits 1912 waren Archäologen hier aktiv. Ungewöhnlich waren ihre die Funde, Waffen, Schwerter, keltische Speerspitzen, Schildbuckel, aber auch römische Schleuderbleie und Pilumspitzen. Also Waffen die auf eine Schlacht hindeuten. Das alles wurde durch die neuen Grabungen bestätigt. Bei der ersten Präsentation der 2000er Grabung wurden einige Fragen beantwortet. Die erste Stadtmauer von fast einem Quadratkilometer Fläche wurde ca. 120 vor Chr. erbaut. Die Mauer bestand aus einer hölzernen Innenkonstruktion mit dazwischen in Trockenbauweise eingesetzten Steinen, war das Holz baufällig wurde vor der Mauer eine neue Holzkonstruktion gesetzt und die Steine der alten Mauer verwendet. Zur jüngeren Stadtmauer gehörten Strahlenwälle mit tiefen Gräben in der Nähe der Tore zur Sicherung der Außensiedlung. Zwischen dem äußeren und dem mittleren Wall , rings um den Berg befanden sich sogenannte "Wohnpodien" also Terrassenartige Aufschüttungen auf denen sich die Häuser und Werkstätten befanden. Zwischen Haupt- und Strahlenwall befindet sich das Schlachtfeld. Bei der Schlacht muss es geregnet haben ,da die Fundstücke in den Boden gedrückt waren und nicht wie üblich nach Ende einer Schlacht  geborgen wurden. Sehr gut ist die Einbeziehung der Schüler der Gesamtschule Biebertal in das Projekt , die im Rahmen des "Archäologischen Projekts" an den Grabungen teilnahmen und einige Funde machten.

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