Der große Brand 1728

 

Stadtplan

Die Brände in Allendorf

In der Geschichte der Stadt Allendorf kam es immer wieder zu großen Bränden, die teilweise die ganze Stadt in Schutt und Asche legten. Ein Faktor war die enge Bauweise innerhalb der Stadtmauer, die Häuser standen manchmal nur 100 cm auseinander. (Die Gebäude Treiserstrasse 18,20,22 sind ein Beispiel für die enge Bauweise), und der Umstand das Fachwerkhäuser nun mal aus Holz und Lehm, und die Dächer in dieser Zeit mit Stroh gedeckt waren. Feuerwehr gab es nicht, und bei Bränden half nur eine Eimerkette zum nächsten Brunnen, also wenig Chancen ein Feuer zu löschen. Der erste Brand wird aus dem Jahre 1429 berichtet. Am 3.August 1429 kam es bei einem Sommergewitter zu einem Blitzeinschlag in einem Haus nahe der Kirche. Innerhalb von nur 3 Stunden brannte die Stadt bis auf wenige Gebäude ab. Auch das Rathaus mit seinen Akten wurde ein Raub der Flammen. Der nächste größere Brand wird aus dem Jahr 1603 berichtet. Am Morgen des 6.Mai 1603 brach am Kirchberg ein Feuer aus, das sich schnell bis in die Mühlgasse ausbreitete und 56 Gebäude zerstörte. Den Brand soll eine Frau aus Nachlässigkeit verursacht haben, sie kam ins Gefängnis nach Marburg und starb dort. Das nächste Feuer wird aus dem Jahre 1634 berichtet, der den Kirchberg, die Borngasse und den Turm an der Stadtmauer vernichtet. Insgesamt wurden 34 Gebäude Opfer der Flammen. Im Jahre 1694 zerstörte ein Großbrand die ganze Marktgasse vom Rathaus bis zum Pfarrhaus, den größten Teil der Obergasse sowie der Mühlgasse. Alle Gebäude brannten bis auf die Grundmauer ab.1706 nur 12 Jahre nach dem Aufbau brannten die Gebäude erneut ab. Nach einer Pause ohne Feuer, in der neue schöne Häuser entstanden kam es am 17. Oktober 1728 zu einem Brand , der die Stadt radikal verwüstete. Mit unglaublicher Schnelligkeit verbreitete sich das Feuer vom Untertor, vom Wind angefacht zur Mitte der Stadt. Schon nach 30 Minuten brannten 200 Häuser, selbst die Kirche die auf einer Anhöhe stand brannte bis auf einen Rumpf des Turmes ab. Glocken und Orgel zerschmolzen in der Glut. Insgesamt 260 Gebäude, darunter Pfarrhaus, Schule und Rathaus wurden eingeäschert. Nur 28 Gebäude blieben stehen. Die Stadtmauer erwies sich während des Brandes als verhängnisvoll, denn die Tore waren durch das Feuer unpassierbar geworden. Mehrere hundert Menschen ,die zwischen der Mauer und den brennenden Gebäuden eingeklemmt waren, konnte man nur von außen her mit Leitern über die Mauer retten. Die Menschen hatten nur noch das, was sie auf dem leibe trugen. Es war Herbst, der Winter stand vor der Türe. Die Ernte war vernichtet und es gab nichts zu essen. Alle Vorräte, alle Arbeitsgeräte waren verbrannt. Es herrschte ein namenloses Elend. Die Einwohner fanden notdürftige Unterkunft in den oft ausgebrannten Kellerräumen.
 

 
 

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