Die Pest, der schwarze Tod

Der Pestarzt mit Maske

Der Tod war überall

Immer wieder kam es im Mittelalter zu großen Pestepidemien .Auch Allendorf blieb davon nicht verschont. In Europa wütete die Pest im Jahre 1348-1352, bei der rund 25 Millionen Menschen starben, das waren rund 25% der Weltbevölkerung. Das Wissen der Ärzte in jener Zeit reichte nicht aus um die Krankheit zu bekämpfen. Erst heute kennt man den Weg der Krankheit. Die Pest ,auch der Schwarze Tod genannt : Auf den Körpern der Kranken bildeten sich dunkle Beulen, die Haut verfärbte sich schwarz. Dann starb sie ab. Bei der Beulenpest klagten die Kranken zwei bis sechs Tage nach der Ansteckung über Unwohlsein, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Lymphknoten schwollen an und platzten auf. Gelangten Pestbakterien über das Blut in die Atemwege, wurde aus der Beulenpest die noch ansteckendere Lungenpest. Spätestens dann war die Seuche nicht mehr aufzuhalten, die Ansteckungsgefahr noch größer. Der kleinste Speichelspritzer oder ein flüchtiger Kuss reichten schon aus. Die Lungenpest tötete innerhalb von Stunden, während die Opfer der Beulenpest meist fünf Tage dahinsiechen. Die Ursache der Krankheit blieb lange ein Rätsel. Erst im Jahre 1894 konnte der Schweitzer Biologe Yersin die Pestbakterien unter dem Mikroskop identifizieren. Er folgerte, dass Nagetiere, (Ratten) mit den auf ihnen lebenden Flöhen, (Pestflöhe) die Überträger der furchtbaren Krankheit waren. Besonders hohe Verluste gab es allerdings bei der armen Bevölkerung auf Grund des dichten  Zusammenlebens und der noch schlechteren hygienischen Verhältnisse. Die Behandlungsmethoden im Mittelalter waren eher sonderbar so sollten  z.b.  Heiße Zwiebeln auf den Pestbeulen helfen. Quacksalber empfahlen Weihrauch und Myrrhe oder ein Gemisch aus Hühnerkot und Krötenlaich, manche schwören auf Knabenurin oder Knoblauch. Ärzte trugen bizarre Schutzkleidung und waren vermummt wie Wesen aus einer anderen Welt. Sie verhüllten sich mit Pestmasken, die mit langen Schnäbeln versehen waren. In diese füllten sie Kräuter um die Luft zu reinigen.

Aus Allendorf

 In Allendorf wütete die Pest in den Jahren 1479-1483 so stark, das die Feldbestellung  mangels Menschen ruhte, die Folge war eine große Hungersnot. Noch schlimmer kam es im Jahre 1575, von 1100 Allendörfer starben 700 an der Pest.1628 raffte die Pest innerhalb von 12 Wochen 260 Bewohner hinweg. 1635 starben in kurzer Zeit 370 Bewohner, der Rest flüchtet aus der Stadt auf eine Anhöhe am Wald, diese heißt noch heute Pestilenzstrauch.

Der Pestkarren und die Pestknechte

Auszug aus einer Pestnacht in Allendorf

Es ist gegen Abend, die Sonne ist hinter dem Totenberg untergegangen. Dunkelheit liegt über der Stadt, bedrohlich und düster wirkt die Stadtmauer, nur ab und zu brennt eine Fackel und erleuchtet einen kleinen Kreis. Ein Wärter steht am Tor an der Unterpforte (lag zwischen den Häusern Treiserstrasse 15 und 24) und versucht mit seiner Laterne die Dunkelheit zu vertreiben. Nicht nur die Stadt liegt im Dunkeln, auch die Stimmung der Menschen ist niedergedrückt. Die Pest hat Allendorf im Griff. Aus der Dunkelheit in Richtung Untergasse hört man Stimmen die rufen: "Bringt die Toten raus." Der Pestkarren  kommt ,die Räder mit Lumpen umhüllt um die Geräusche zu dämpfen und um die Nerven der Menschen zu schonen. Die Pestknechte haben an diesen Abend viel zu tun, fast an jedem Haus müssen sie halten um die Toten, die in mit schwarzen Blut durchtränkten Leinentücher gewickelt sind auf den Karren zu legen. Langsam fährt der Karren zum Untertor um dann im Dunkeln zu verschwinden. Die Toten werden außerhalb der Stadt verscharrt, ihr Hab und Gut verbrannt.

B.Rummler

 

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